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Perlen aus Süßwassermuscheln

Seit mindestens 6000 Jahren verwenden Menschen Perlen aus Süßwassermuscheln. Die Perlen entstehen wenn ein Sandkorn oder ein anderes festes Teilchen durch Zufall in die Muschel aufgenommen wurde. Daher bilden nicht alle Muscheln Perlen. Muscheln in einigen Flüssen produzieren häufiger Perlen als Muscheln in anderen Flüssen. Eine grobe Schätzung ist, dass im Durchschnitt von 1000 Muscheln eine Perle entsteht. Die Perle entsteht, wenn der Fremdpartikel in bestimmte Drüsenbereiche der Muschel eingedrungen ist. Ein spezielles Sekret (oft „Perlmutt“ genannt) kapselt den Partikel ein.

Dann dauert es ungefähr 30 Jahre bis eine Süßwassermuschel eine 4 mm große Perle gebildet hat. Perlen werden in einer Vielzahl von Formen hergestellt, und nur etwa eine von 1000 Perlen ist perfekt rund und weiß. Im Mittelalter wurden Perlen als das das Eigentum von Königen, Königinnen oder Kirchen betrachtet und das Perlenfischen wurde streng bestraft. Zusammen mit der Demokratiebewegung Europas ab 1850 begann eine weit verbreitete Überfischung von Muscheln aufgrund der Perlfischerei. Viele Populationen von Süßwassermuscheln starben daher aus.

Viele Ureinwohner (Skoltsami, Lulesami und Esten) töteten die Muschel jedoch nicht um Perlen zu sammeln. Sie öffneten behutsam die Muschelschalen um die Perlen abzuschütteln. Danach drückten sie etwas neuen Sand in die Muschel, um neue „Perlensamen“ herzustellen. Heute sind die Süßwasserperlmuscheln als streng bedrohte Tierart in ganz Europa geschützt. Der ökonomische Wert von Perlen ist heutzutage sehr gering, während der ökologische Wert lebender Muscheln in ihrem ursprünglichen Flusslebensraum sehr hoch ist.

Eine Stickerei von perfekten Perlen aus Süßwassermuscheln. Foto: Paul Eric Aspholm

Eine Handvoll typischer Perlen aus Süßwassermuscheln. Foto: Paul Eric Aspholm

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